04.09.2026 Auf die Parlamentarische Anfrage der Linken im Bundestag antwortete das Innenministerium mit aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Demnach ging die Zahl der Menschen auf 3,5 Millionen zurück, die mit Schutzstatus, Aufenthaltsrecht oder unsicherem oder ungeklärtem Aufenthaltsstatus als Flüchtlinge in Deutschland leben.
... um rund 20.000 auf etwa 3,5 Millionen gesunken.
Gründe für den Rückgang seien Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen.
Vor allem die Zahl neu ankommender Schutzsuchender aus der Ukraine geht weiter zurück. Im Juni beantragten nach Angaben des Innenministeriums nur noch 3919 Ukrainer Schutz in Deutschland. Zugleich wurden im ersten Halbjahr 31.662 Ausreisen von Ukrainern registriert. (DW)
Die Zahl der neuen Asylanträge in Deutschland sinkt, gleichzeitig wächst neuerdings wieder der Anteil derjenigen, die erfolgreich um Schutz ersuchen. Die bereinigte Schutzquote des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lag laut Auskunft der Bundesregierung im ersten Halbjahr 2026 bei 47,4 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 hatte sie noch 37,5 Prozent betragen (Handelsblatt)
Angesichts dieser Zahlen kritisierte Clara Bünger (MdB Die Linke), dass trotz des Rückgangs an Kürzungen für Integration und Sozialleistungen, an Abschiebungen und der Abschottung Europas festgehalten wird.
aktualisiert 13.09.2026:
- Handelsblatt 13.09.2026 Schutzquote in Deutschland steigt deutlich
Die Zahl der Asylanträge sinkt, doch die Schutzquote steigt. Besonders Afghaninnen erhalten häufig Schutz welche Rolle spielt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs dabei?
Die Zahl der neuen Asylanträge in Deutschland sinkt, gleichzeitig wächst neuerdings wieder der Anteil derjenigen, die erfolgreich um Schutz ersuchen. Die bereinigte Schutzquote des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lag laut Auskunft der Bundesregierung im ersten Halbjahr 2026 bei 47,4 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 hatte sie noch 37,5 Prozent betragen. Bei der bereinigten Quote werden formelle Entscheidungen, bei denen das Schutzgesuch inhaltlich nicht geprüft wird, herausgerechnet.
Eine wichtige Rolle spielte zuletzt der Familienschutz. Im ersten Halbjahr 2026 wurde in 21.195 Fällen auf dieser Basis ein Schutzstatus vergeben. Das entsprach 45,6 Prozent der positiven Entscheidungen, wobei hier auch Abschiebungsverbote berücksichtigt sind...
- DW 04.09.2026 Zahl der Flüchtlinge in Deutschland leicht gesunken
Vor allem aus der Ukraine kommen deutlich weniger Schutzsuchende nach Deutschland. Die Linke kritisiert dennoch geplante Kürzungen bei Sozialleistungen und den Kurs der Bundesregierung bei Abschiebungen.
Die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge ist im ersten Halbjahr 2026 um rund 20.000 auf etwa 3,5 Millionen gesunken. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, über die zuerst die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtete.
Gründe für den Rückgang seien Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen. Von den insgesamt 3,507 Millionen in Deutschland lebenden Flüchtlingen haben laut Bundesregierung rund 438.000 Menschen, also 12,5 Prozent, einen unsicheren oder ungeklärten Aufenthaltsstatus. Alle übrigen verfügen über ein Aufenthaltsrecht oder einen anderen Schutzstatus.
Vor allem die Zahl neu ankommender Schutzsuchender aus der Ukraine geht weiter zurück. Im Juni beantragten nach Angaben des Innenministeriums nur noch 3919 Ukrainer Schutz in Deutschland.
Zugleich wurden im ersten Halbjahr 31.662 Ausreisen von Ukrainern registriert. ...
Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linken, Clara Bünger, kritisierte vor diesem Hintergrund die Pläne der Bundesregierung für neu eingereiste Ukraine-Flüchtlinge. Sie sollen künftig Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten und damit nicht mehr nach den bislang geltenden regulären Sozialleistungssystemen unterstützt werden.
... Statt über weitere Gesetzesverschärfungen und Abschiebungen zu debattieren, müsse stärker daran gearbeitet werden, Geflüchtete schnell in Arbeit und Gesellschaft zu integrieren, forderte sie.
Bünger kritisierte zudem die Migrationspolitik der Europäischen Union. Immer weniger Schutzsuchende schafften es, die "hochgerüsteten und vorverlagerten Grenzen der EU" zu überwinden. Mit Blick auf die Todesfälle auf den Fluchtrouten über das Mittelmeer sagte sie: "Zehntausende sind im Mittelmeer ertrunken, eine beschämende Bilanz." ...
aktualisiert 15.09.2026 aus Aktuell der Flüchtlingsrates NRW:
Aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung (hib 704/2026) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke gehen die aktuellen Registerzahlen von Schutzsuchenden in Deutschland hervor. Zum Stichtag 30. Juni 2026 waren im Ausländerzentralregister (AZR) knapp 45.400 Asylberechtigte sowie mehrere Hunderttausend Personen mit weiterem Schutzstatus oder Duldung erfasst.
Überblick nach Schutzstatus und Hauptherkunftsländern:
- Flüchtlingsschutz: Mit 716.368 Personen bildet diese Gruppe den größten Anteil. Die meisten Betroffenen stammen aus Syrien (262.208), Afghanistan (152.655) und dem Irak (85.314).
- Subsidiärer Schutz (§ 25 Abs. 2 AufenthG): Insgesamt 362.476 Registrierte. Hauptherkunftsländer sind Syrien (283.981), der Irak (17.373) und Afghanistan (14.122).
- Geduldete Personen: Die Zahl der erfassten Duldungen liegt bei 199.271. Hier führen die Türkei (23.636), der Irak (19.399) und Afghanistan (11.410) die Statistik an, gefolgt von Syrien (11.235) und Russland (11.182).
- Abschiebungsverbot (§ 25 Abs. 3 AufenthG): Für 169.484 Personen besteht ein Schutz aufgrund von Abschiebungsverboten. Die Mehrheit kommt aus Afghanistan (100.596), gefolgt vom Irak (12.287) und Somalia (9.037).
- Asylberechtigte: Zum Stichtag lebten 45.378 asylberechtigte Personen in Deutschland. Die Hauptherkunftsländer sind die Türkei (10.918), Afghanistan (7.420), der Iran (4.542) und Syrien (4.219).