2025 Spitzenwert bei Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

20.08.2026 Die Statistik nennt über 100.000 Anträge auf Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen und Qualifikationen im Jahr 2025. Knapp 90.000 davon wurden entschieden, weit überwiegend positiv. Die größte Zahl der Antragstellenden stammte aus der Türkei, der Ukraine und Syrien. Die meisten Anträge auf Anerkennung von Schulzeugnissen und Hochschulqualifikation kamen von ukrainischen Menschen.

67 Prozent der Anerkennungsverfahren betrafen Gesundheitsberufe, allen voran Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzte. (BMBFSFJ)

Auf Pflegefachkräfte entfielen mit 32.000 die meisten Bewilligungen. Danach folgten Ärzte (rund 14.000) und Ingenieure (4.500). Am häufigsten wurden Abschlüsse aus der Türkei und der Ukraine anerkannt (insgesamt 18.000), häufig vertreten waren zudem auch Qualifikationen aus Indien und Tunesien. (ZEIT)

Die Zahl der in Syrien erworbenen Berufsqualifikationen stieg mit 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besonders stark. (Handelsblatt)

Parallel zeigte sich 2025 auch bei den Anträgen auf Zeugnisbewertungen für ausländische Hochschulabschlüsse durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz mit rund 118.200 Anträgen ein konstant hohes Niveau. Die Ukraine ist auch weiterhin das Land, das mit Abstand die meisten Anträge auf Zeugnisbewertungen verzeichnet. (Handelsblatt)

Die aktuelle Meldung aus dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde als dpa-Meldung von zahlreichen Medien aufgenommen.

Laut einer kürzlich erschienenen Bertelsmann-Studie finden jedoch auch Einwanderer mit anerkannten Berufsabschlüssen oft keine Arbeit, die ihren Abschlüssen entspricht. Viele zugewanderte Fachkräfte üben demnach weiterhin niedrig qualifizierte Helfertätigkeiten aus. (ZEIT)

Die Stiftung fordert für eine bessere Arbeitsmarktintegration mehr Investitionen, etwa in die Sprachförderung. Die aktuellen Streichungen von Bundesmitteln für Integrations- und berufsbezogene Deutschkurse seien das »falsche Signal«. Zudem mahnten die Autoren der Studie weniger Bürokratie bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse, beschleunigte Asylverfahren und eine bessere digitale Vernetzung von Ausländerbehörden und Arbeitsverwaltung an. Sie brachten eine zentrale Anlaufstelle ins Spiel. Diese könnte als Schnittschnelle fungieren, um Zugewanderte auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. (ZEIT über Bertelsmann-Studie)

 

Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Qualifikationen hat einen neuen Höchststand erreicht: 2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 86.619 Anträge auf Anerkennung positiv beschieden, das waren knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr und damit so viele wie nie zuvor. 67 Prozent der Anerkennungsverfahren betrafen Gesundheitsberufe, allen voran Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzte.

... Von den 102.900 bearbeiteten Verfahren wurde über 89.800 entschieden. Davon wurden nur rund vier Prozent abgelehnt - 45 Prozent wurden mit einer vollen Anerkennung der beruflichen Qualifikation, 43 Prozent mit einer "Auflage", acht Prozent mit einer teilweisen Anerkennung beschieden.

Türkei, Ukraine und Syrien sind an der Spitze bei der Nachfrage

Mit einem Zuwachs von vier Prozent und 9099 gestellten Anträgen blieb die Türkei 2025 der am stärksten vertretene Ausbildungsstaat, gefolgt von der Ukraine mit 8505 gestellten Anträgen und damit einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei folgte Syrien mit 5589 gestellten Anträgen und einem Plus von 32 Prozent. Mit 87 Prozent bezog sich der Großteil der Anträge nach wie vor auf Qualifikationen aus Drittstaaten (außerhalb EU, Europäischer Wirtschaftsraum, Schweiz). ...

Hohes Niveau bei Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse

Parallel zeigte sich 2025 auch bei den Anträgen auf Zeugnisbewertungen für ausländische Hochschulabschlüsse durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz mit rund 118.200 Anträgen ein konstant hohes Niveau. Die Ukraine ist auch weiterhin das Land, das mit Abstand die meisten Anträge auf Zeugnisbewertungen verzeichnet. ...

 

Pflegekräfte, Ärzte, Ingenieure – ausländische Fachkräfte werden gebraucht, um den Bedarf in Deutschland zu decken. Die Zahl die Anerkennungen steigt deutlich, besonders aus einem Land.

... Die meisten Anerkennungen stammten 2025 wie schon in den vergangenen Jahren aus der Türkei (9.800), die auf einen Anteil von 11 Prozent an allen Anerkennungen kommt. Zudem wurden rund 8.300 Anerkennungen aus der Ukraine gemeldet. Stark vertreten waren ferner Berufsabschlüsse aus Syrien (6.100), Indien und Tunesien (je 5.400). Die Zahl der in Syrien erworbenen Berufsqualifikationen stieg mit 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besonders stark.

Dagegen wurden deutlich weniger Berufsabschlüsse aus Bosnien und Herzegowina anerkannt. Aus dem Balkanland stammten in den Jahren von 2016 bis 2023 noch die meisten oder zweitmeisten bewilligten Berufsqualifikationen...

 

Deutsche Behörden akzeptierten 2025 rund vierzig Prozent mehr Qualifikationen aus Syrien. Auch insgesamt bewilligten sie mehr Anträge, vor allem für medizinische Berufe.

... Auf Pflegefachkräfte entfielen mit 32.000 die meisten Bewilligungen. Danach folgten Ärzte (rund 14.000) und Ingenieure (4.500). Am häufigsten wurden Abschlüsse aus der Türkei und der Ukraine anerkannt (insgesamt 18.000), häufig vertreten waren zudem auch Qualifikationen aus Indien und Tunesien.  

...  In dem Engpassberuf Pflege etwa kommt inzwischen jeder fünfte Beschäftigte aus dem Ausland. Laut einer kürzlich erschienenen Bertelsmann-Studie finden jedoch auch Einwanderer mit anerkannten Berufsabschlüssen oft keine Arbeit, die ihren Abschlüssen entspricht. Viele zugewanderte Fachkräfte üben demnach weiterhin niedrig qualifizierte Helfertätigkeiten aus.

 

Bei der Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt hakt es. Trotz anerkannter Abschlüsse arbeiten sie häufig in niedriger qualifizierten Positionen.

... Trotz des Fachkräftemangels in Deutschland gibt es bei der Integration von Zuwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt erhebliche Mängel. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung arbeiten ausländische Beschäftigte häufiger in niedriger qualifizierten Positionen, selbst wenn sie eine anerkannte höhere Qualifikation haben. Die Gründe dafür sind der Untersuchung zufolge vielfältig. Sie reichten von sprachlichen Hürden über komplizierte Anerkennungsverfahren von Berufserfahrungen bis hin zu Diskriminierung.

... Besonders deutlich ist demnach der Geschlechterunterschied bei Menschen aus Asylherkunftsländern. Acht Jahre nach ihrer Ankunft arbeiteten den Daten nach 73 Prozent der Männer, aber nur 31 Prozent der Frauen.

Fast 36 Prozent der ausländischen Beschäftigten werden der Studie zufolge in Betrieben als Helferinnen und Helfer eingesetzt. Noch höher ist der Anteil demnach bei Erwerbstätigen aus Asylherkunftsländern. Dort liege er sogar bei knapp 45 Prozent. Selbst Zugewanderte mit anerkanntem Berufs- oder Hochschulabschluss (jeweils 31 und 19 Prozent) fänden häufig keine ihrer Qualifikation entsprechende Tätigkeit. Dadurch würden vorhandene Qualifikationen weniger produktiv eingesetzt. Zudem erzielten die Betroffenen ein geringeres Einkommen. In dieser Qualifikationsgruppe träfe das auf gut 29 Prozent der ausländischen Beschäftigten zu.

... Die Stiftung fordert für eine bessere Arbeitsmarktintegration mehr Investitionen, etwa in die Sprachförderung. Die aktuellen Streichungen von Bundesmitteln für Integrations- und berufsbezogene Deutschkurse seien das »falsche Signal«. Zudem mahnten die Autoren der Studie weniger Bürokratie bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse, beschleunigte Asylverfahren und eine bessere digitale Vernetzung von Ausländerbehörden und Arbeitsverwaltung an. Sie brachten eine zentrale Anlaufstelle ins Spiel. Diese könnte als Schnittschnelle fungieren, um Zugewanderte auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.