14.01.2026 Auch nach dem gefürchteten Stichtag, zu dem Pakistan die Abschiebung angekündigt hatte, geht die Zitterpartie für die dort wartenden Schutzsuchenden weiter. Für 32 von ihnen gab es immerhin jetzt wieder mit dem Flug nach Deutschland das erhoffte gute Ende. Für rund 400 weitere kündigte das Innenministerium jetzt eine "Bearbeitung im Ausreiseverfahren" an.
Presseberichte:
- Stern / AFP 12.01.2026 Innenministerium: Rund 400 Afghanen können bald nach Deutschland einreisen
Rund 400 in Pakistan festsitzende Afghaninnen und Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage können bald nach Deutschland einreisen. Etwa 360 Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm und 50 aus dem Ortskräfteverfahren befänden sich aktuell "in der Bearbeitung im Ausreiseverfahren", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Weitere 32 afghanische Staatsangehörige aus dem Bundesaufnahmeprogramm sind demnach bereits am Freitag nach Deutschland eingereist...
Nach dem Regierungswechsel in Berlin schränkte die neue Bundesregierung die Aufnahmen jedoch stark ein. So wurden zum Beispiel zuletzt Aufnahmezusagen von mehr als 600 Schutzsuchenden der sogenannten Menschenrechtsliste widerrufen. Da zahlreiche Betroffene bereits von Afghanistan nach Pakistan geflüchtet waren, sitzen diese nun dort fest.
Rund 630 Menschen, die auf der Menschenrechtsliste stehen oder Teil eines Überprüfungsprogramms sind, seien aktuell noch in Pakistan untergebracht, sagte der Sprecher des Innenministeriums am Montag. Sie würden weiterhin durch die deutschen Behörden unterstützt, da die Landgrenzen zwischen Pakistan und Afghanistan geschlossen seien.
Es werde zudem Unterstützung angeboten für eine Rückkehr nach Afghanistan oder in einen anderen Drittstaat, sagte der Sprecher weiter.
- Zeit 10.01.2026 32 Afghanen mit Aufnahmezusage sind in Berlin gelandet
Obwohl die Bundesregierung ihr Aufnahmeprogramm für gefährdete Afghanen beendet hat, dürfen Einzelne einreisen. Der Grund sind eingeklagte Visazusagen.
Über ein Aufnahmeprogramm des Bundes sind 32 weitere afghanische Staatsangehörige von Pakistan nach Deutschland ausgeflogen worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Die Menschen seien über Berlin eingereist. Zuletzt waren mehrmals Afghanen mit Linienflügen nach Deutschland gebracht worden.
Eigentlich hatte die schwarz-rote Bundesregierung das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen im Mai gestoppt. Dass trotzdem einige der Betroffenen und ihre Angehörigen Visa erhalten, liegt daran, dass in Deutschland Klagen angestrengt wurden, um ihre Einreise durchzusetzen.
Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: "Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen."
Viele Betroffene harren seit Jahren in Islamabad aus
Neben früheren Ortskräften deutscher Institutionen und ihren Angehörigen sollten über das Programm auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die radikal-islamistischen Taliban fürchten müssen. Etwa weil sie sich in der Vergangenheit als Anwälte oder Journalistinnen für Menschenrechte eingesetzt haben. Viele der Betroffenen harren seit Monaten oder gar Jahren im pakistanischen Islamabad aus.
Rund 650 Menschen aus Afghanistan, die Zusagen über eine "Menschenrechtsliste" und eine sogenannte Überbrückungsliste erhalten hatten, erhielten im Dezember eine endgültige Absage von der Bundesregierung. Verbunden mit dem Angebot, ihnen bei der Rückkehr nach Afghanistan oder der Ausreise in ein anderes aufnahmebereites Land zu helfen, auch finanziell.
Nach dem Abzug der internationalen Truppen im Jahr 2021 haben die Taliban in Afghanistan die Macht übernommen. Seitdem regieren die Talibanführer Haibatullah Achundsada und Mohammed Hassan Achund das Land. Die Taliban werden in Deutschland nicht als legitime Regierung anerkannt.