Asylbescheide 2026: Mehr Ablehnungen, mehr Klagen, längeres Warten auf Klärung des Schutzstatus

12.10.2026 Nachdem die Dauer der Bearbeitung von Asylklagen vor den Verwaltungsgerichten etwas reduziert werden konnte, dauerten sie mit durchschnittlich 15,3 Monaten im ersten Halbjahr 2026 wieder einen Monat länger als im Vorjahr.

Ein Grund dafür sei die deutliche Zunahme der Zahl von Asylklagen.

Darauf wies auch die Linken-Abgeordnete Clara Bünger hin. 2025 wurden demnach vermehrt Geflüchtete aus Ländern abgelehnt, in denen sich die Menschenrechtslage eher verschlechtert habe. "Das betraf etwa die Herkunftsländer Iran, Russland, Afghanistan und die Türkei", sagte sie. Etwa jeder zweite überprüfte Asylbescheid zum Herkunftsland Iran sei dann von den Gerichten korrigiert worden. 

Zum Stichtag 15. August waren bundesweit 196.315 Asylklagen anhängig. (Tagesschau)

Auch Asylbewerber, die subsidiären Schutz erhalten haben, klagen manchmal - etwa damit sie ihre Familienangehörigen nachholen können. Denn für diese Gruppe ist der Familiennachzug aktuell ganz ausgesetzt, nachdem es in den Vorjahren eine Kontingentregelung für 1.000 Angehörige pro Monat gegeben hat. (Wirtschaftswoche)

Dagegen zeigte sich die Bearbeitungszeit beim BAMF beschleunigt. 

Laut Bundesregierung bearbeitete das Bundesamt Asylanträge in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Schnitt innerhalb von 11,3 Monaten. Im vergangenen Jahr brauchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bamf durchschnittlich 12,2 Monate und damit deutlich länger als in den Jahren zuvor.

Klagen dürften auch durch den Widerruf des Schutzstatus von aus Syrien geflüchteten Menschen hervorgerufen werden. Davon sind ein Viertel aller 10.000 Überprüfungsvorgänge bestroffen.

Nach Auskunft der Bundesregierung hat das Bamf zwischen Anfang Januar und Ende August den Schutz von 10.064 Menschen aus Syrien überprüft. In knapp 27 Prozent der Fälle wurde der Schutzstatus widerrufen. (Wirtschaftswoche)

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Dazu berichteten verschiedene Medien:

In den vergangenen Jahren war die Dauer von Asylklagen zurückgegangen. Inzwischen müssen Schutzsuchende wieder länger auf die Klärung ihres Status warten - die Zeit ist dabei jedoch stark vom Bundesland abhängig.

... In den vergangenen Jahren war die Dauer noch zurückgegangen. Nach einer durchschnittlichen Verfahrensdauer von 26,5 Monaten im Jahr 2021 dauerten sie 2024 im Schnitt 16,7 Monate. Für das vergangene hatte die Bundesregierung eine durchschnittliche Dauer von 14,3 Monaten ausgewiesen, die Daten für Dezember lagen dabei nicht vor.

... Ein Grund dafür, dass es länger dauert, ist die deutliche Zunahme der Zahl von Asylklagen. Zudem kann auch Einfluss haben, ob am jeweils zuständigen Gericht besonders viele Klagen von Menschen aus bestimmten Herkunftsländern eingehen, bei denen die Entscheidung über den Schutzstatus schwierig ist.

Darauf wies auch die Linken-Abgeordnete Clara Bünger hin. 2025 wurden demnach vermehrt Geflüchtete aus Ländern abgelehnt, in denen sich die Menschenrechtslage eher verschlechtert habe. "Das betraf etwa die Herkunftsländer Iran, Russland, Afghanistan und die Türkei", sagte sie. Etwa jeder zweite überprüfte Asylbescheid zum Herkunftsland Iran sei dann von den Gerichten korrigiert worden.

Die Zeitspanne ist dabei von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. In Sachsen ist die Verfahrensdauer mit durchschnittlich 20,4 Monaten am längsten. In Rheinland-Pfalz ist sie dagegen nur halb so lang: Hier warteten Menschen im Schnitt 9,2 Monate.

Zum Stichtag 15. August waren bundesweit 196.315 Asylklagen anhängig.

  • Wirtschaftswoche / dpa 11.10.2026 

... Nach Jahren der Beschleunigung nimmt die Dauer der Klageverfahren zu Asylentscheidungen jetzt wieder zu. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Abgeordneten Clara Bünger (Linke) hervorgeht, dauerten Verfahren zu Klagen gegen Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bei deutschen Gerichten im ersten Halbjahr dieses Jahres im Schnitt 15,3 Monate. Für das Vorjahr hatte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine frühere parlamentarische Anfrage eine durchschnittliche Dauer von 14,3 Monaten ausgewiesen, wobei die Daten für den Monat Dezember da nicht vorlagen.

... Mehr Verfahren - komplexe Lage im Herkunftsland

Ein Grund für eine längere Verfahrensdauer ist die Zunahme der Zahl der Asylklagen. Einfluss auf die Dauer der Verfahren hat auch, ob am jeweiligen Verwaltungsgericht besonders viele Klagen von Menschen aus bestimmten Herkunftsländern eingehen, bei denen die Entscheidung für oder gegen Schutz in Deutschland schwierig ist. Bundesweit standen bei den Verwaltungsgerichten im November besonders viele Asylklageverfahren von Menschen aus der Türkei zur Entscheidung an. In Sachsen mussten sich die Gerichte damals am häufigsten mit Verfahren beschäftigen, in denen venezolanische Staatsangehörige gegen eine Entscheidung des Bamf geklagt hatten.

... Zum Stichtag 15. August waren bundesweit 196.315 Asylklagen anhängig, am 15. Januar waren es 191.566 Verfahren im Bereich Asyl, in denen Entscheidungen ausstanden. Nicht nur Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, ziehen vor Gericht. Auch Asylbewerber, die subsidiären Schutz erhalten haben, klagen manchmal - etwa damit sie ihre Familienangehörigen nachholen können. Denn für diese Gruppe ist der Familiennachzug aktuell ganz ausgesetzt, nachdem es in den Vorjahren eine Kontingentregelung für 1.000 Angehörige pro Monat gegeben hat.

Bamf entscheidet wieder etwas schneller

Anders als bei den Verwaltungsgerichtsverfahren zu Asylklagen sind die Verfahren beim Bamf im ersten Halbjahr dieses Jahres etwas kürzer gewesen als im vergangenen Jahr. An den neuen europäischen Asylregeln dürfte das aber nicht liegen. Denn die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) trat erst am 12. Juni in Kraft. 

Laut Bundesregierung bearbeitete das Bundesamt Asylanträge in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Schnitt innerhalb von 11,3 Monaten. Im vergangenen Jahr brauchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bamf durchschnittlich 12,2 Monate und damit deutlich länger als in den Jahren zuvor.

Der Anstieg der Verfahrensdauer im vergangenen Jahr - 2024 dauerten sie im Schnitt 8,7 Monate - hat damit zu tun, dass das Bamf viele Anträge bearbeitete, die schon vor geraumer Zeit gestellt worden waren. Anträge von Syrerinnen und Syrern wurden einige Monate gar nicht bearbeitet unter Verweis auf die nach dem Machtwechsel im Dezember 2024 noch unklare Lage im Herkunftsland.

Nach Auskunft der Bundesregierung hat das Bamf zwischen Anfang Januar und Ende August den Schutz von 10.064 Menschen aus Syrien überprüft. In knapp 27 Prozent der Fälle wurde der Schutzstatus widerrufen.