04.03.2026 Ein Minus von 19 Prozent bei EU+ (die 27 EU-Staaten sowie Norwegen, die Schweiz, Island und Liechtenstein), sogar 31 Prozent weniger in Deutschland meldet die EU-Asylagentur EUAA für 2025 im Vergleich zum Vorjahr.
Die Ursache für diesen Rückgang ist leider nicht das Schwinden von Fluchtursachen, sondern die immer dichtere Abschottung und rücksichtlose Abwehr von Schutzsuchenden. Denn bekanntermaßen nimmt die Zahl der Kriege, Konflikte und Katastrophen kontinuierlich zu, die Menschen in die Flucht treiben.
"Unsere europäische Migrationswende wirkt bereits." Ein zentraler Faktor sei das konsequente Engagement in Ländern entlang der Migrationsrouten, wird dazu EU-Migrationskommissar Magnus Brunner zitiert.
- Tagesschau 03.03.2026 Zahlen für 2025 Weniger Asylanträge in EU-Ländern
Die Zahl der Asylanträge in der EU ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 19 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einem Bericht der EU-Asylagentur EUAA hervor. In Deutschland gab es sogar 31 Prozent weniger Anträge.
Die Zahl der Asylanträge ist 2025 in der Europäischen Union und mehreren anderen europäischen Staaten um rund ein Fünftel zurückgegangen. Die 27 EU-Staaten sowie Norwegen, die Schweiz, Island und Liechtenstein verzeichneten im vergangenen Jahr rund 822.000 Asylanträge - 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht der EU-Asylagentur (EUAA) hervor.
Grund für den Rückgang ist laut Bericht vor allem, dass nach dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 deutlich weniger Menschen aus Syrien (minus 72 Prozent) Asylanträge stellten. Auch die Zahl der Anträge aus der Türkei (minus 40 Prozent) und Bangladesch (minus 15 Prozent) ging zurück.
Dafür stieg dem Bericht zufolge die Zahl der Anträge auf internationalen Schutz von Menschen aus Afghanistan (117.000) sowie Venezuela (91.000).
Deutschland mit den meisten Anträgen
In Deutschland wurden 2025 mit 163.000 weiterhin die meisten Asylanträge in der EU und ihren Partnerstaaten gestellt - allerdings ein Drittel weniger als 2024. In Frankreich (152.000) blieb die Zahl stabil. Spanien (143.000) verzeichnete einen Rückgang um 15 Prozent, Italien (134.000) und Griechenland (62.000) jeweils um 16 Prozent.
Die nun veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich nur geringfügig von offiziellen Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das 2025 rund 168.000 Anträge zählte, davon etwa 113.000 Erstanträge. Der Bericht der EU-Asylagentur berücksichtigt ebenfalls Erst- und Folgeanträge - schlüsselt sie allerdings nicht einzeln auf.
Bekämpfung von Schlepperei als Grund
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte: "Der deutliche Rückgang der Asylanträge in der EU im vergangenen Jahr zeigt: Unsere europäische Migrationswende wirkt bereits." Ein zentraler Faktor sei das konsequente Engagement in Ländern entlang der Migrationsrouten.
"Dieses Engagement wird uns auch bei neuen Fluchtbewegungen helfen, früher und besser reagieren zu können." Die EU-Kommission investiere gezielt in die Stabilisierung der Lage in Syrien und in die Bekämpfung von Schlepperei.
- EU press release 03.03.2026 EU+ asylum applications down by one fifth in 2025, amid shifting geopolitical dynamics
EU+ countries received 19 % fewer asylum applications in 2025, following a decrease of 11 % in 2024. The decrease in 2025 was largely driven by fewer applications by Syrians, Bangladeshis and Turks. Despite the overall decline, applications by Afghan nationals increased, primarily reflecting claims lodged by women already present in the EU+, while Venezuelan applications also rose amid heightened tensions at home.
The European Union Agency for Asylum (EUAA) has just published its annual overview of the Latest Asylum Trends in 2025. The report shows that EU+ countries received around 822 000 asylum applications during the year1, which is a one-fifth decrease compared to 2024 (- 19 %). In addition to the detailed analysis of asylum trends concerning specific nationalities and receiving EU+ countries, the Agency also examines how geo-political considerations and changes to jurisprudence have impacted protection needs expressed in EU+ countries. In particular, the report highlights that the decrease in asylum applications was less about changes in countries of origin and more about shifts in migration pathways.
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