Köln: Weitere Vorwürfe gegen das Kölner Ausländeramt

25.08.2026 Kurz nach neuen Vorwürfen gegen das Kölner Ausländeramt im KStA weist die Stadt Köln die schlagzeilenträchtigen Angaben des Kölner Stadt Anzeiger zurück. Das Thema schlägt auch bei Landespolitiker*innen hohe Wellen. 

152 der ausreisepflichtigen Ausländer sollen allein seit dem Herbst 2024 insgesamt 568 Straftaten begangen haben, erfuhr der „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus Sicherheitskreisen in Nordrhein-Westfalen. (KStA)

Zu der sogenannten Coesfelder Liste mit 471 ausreisepflichtigen Migranten weist die Stadt Köln Angaben eines Berichts des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Dienstag) zurück. Dem Bericht zufolge sollen rund 150 der Ausreisepflichtigen auf der Liste Straftäter sein. Woher der "Stadt-Anzeiger" diese Zahlen habe, sei der Stadt nicht bekannt, betonte der Sprecher der Stadt, Alexander Vogel, am Dienstag auf epd-Anfrage. "Insbesondere liegen uns derzeit keine Informationen vor, ob es sich hier um Straftäter, also rechtskräftig verurteilte Personen handeln soll oder ob sich die Zahlen auf gegebenenfalls in der Vergangenheit geführte Ermittlungsverfahren beziehen." (evangelisch.de)

 

Mit Blick auf die Fallzahlen kritisierte der CDU-Fraktionsvize die Stadt Köln scharf: „Der Skandal wird immer größer.“

Jeder Dritte der abgelehnten Asylbewerber aus Westbalkan-Staaten, die auf der Liste Coesfeld für die Stadt Köln standen, ist straffällig geworden. 152 der ausreisepflichtigen Ausländer sollen allein seit dem Herbst 2024 insgesamt 568 Straftaten begangen haben, erfuhr der „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus Sicherheitskreisen in Nordrhein-Westfalen. Wie viele der 471 Migranten vor dem Erstellen der Liste straffällig wurden, ist noch unklar.

... Allein 218 Personen der Liste befinden sich im Bleiberechtsprogramm der Stadt. Dieses Verfahren soll Langzeitgeduldete integrieren, um ihnen einen Aufenthaltstitel zu verschaffen. Wie viele der straffällig gewordenen Personen sich in diesem Programm befanden, muss die Stadt noch aufklären. Genauso wie die Frage, warum bereits bekannte Straftäter wie Marko M. (Name geändert) sich mit acht Vorstrafen bis zum April 2026 im Bleiberechtsprogramm befanden. Mit seiner neunköpfigen Familie erhält er Leistungen in Höhe von rund 7500 Euro von der Stadt und dem Jobcenter. Die Stadtdirektorin kündigte an, dass die Einzelfallprüfung noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

... Mit Blick auf die Fallzahlen kritisierte der CDU-Fraktionsvize im NRW-Landtag, Gregor Golland, die Stadt Köln scharf: „Der Skandal um das Kölner Verwaltungsversagen wird immer größer. Ein Drittel der Personen auf der Coesfelder Abschiebeliste begeht fast 570 Straftaten. Das sind 570 Opfer und Geschädigte.“...

 

Seit zwei Wochen macht die Coesfelder Liste in Köln Schlagzeilen. Die Zentrale Ausländerbehörde in Coesfeld hatte der Stadt 471 ausreisepflichtige Personen genannt und Hilfe bei der Abschiebung angeboten. Auf das Schreiben gab es in Köln bei der Ausländerbehörde offenbar keine Reaktion. Die Polizei hat jetzt die Liste analysiert und festgestellt, dass 152 Personen dieser Liste - und damit jede dritte - seitdem insgesamt 568 Straftaten begangen haben sollen...

Coesfelder Liste: Heftige Reaktionen der Politik

Für den CDU-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, Gregor Golland, weitet sich der Skandal im Kölner Ausländeramt immer weiter aus. "Die Kölner Stadtverwaltung hat ganz offenbar ein strukturelles Problem. Die Kommunalaufsicht muss eingeschaltet werden", sagte Golland dem WDR.

Es sei ein Schlag ins Gesicht für jeden anständigen Bürger, der zum Beispiel beim Falschparken unerbittlich verfolgt werde. Auch der Kölner SPD-Fraktionschef Christian Joisten fordert Aufklärung, warnt aber vor einer Vorverurteilung.

... Verena Schäffer, NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, sagte am Dienstag, sie wolle, dass der Vorgang um die sogenannte Coesfelder Liste genau aufgeklärt werde. Sei habe deshalb Berichte sowohl bei der Stadt Köln als auch bei der ZAB Coesfeld angefordert.

"Ansatz des Projektes Bleibeperspektiven der Stadt Köln richtig"

Die Ministerin erklärte weiter, ihr sei es wichtig, für Klarheit für die 45.000 Geduldeten in NRW zu sorgen. Für die Menschen, die gut integriert seien, Arbeit hätten und deren Kinder in Nordrhein-Westfalen zur Schule gingen und die sich nichts zu Schulden kommen ließen, seien dauerhafte Bleibeperspektiven wichtig.
In diesem Kontext sei der Ansatz des Projektes "Bleibeperspektiven" der Stadt Köln richtig. Zugleich müsse sichergestellt sein, dass Straftäter nicht Teil des Programms sind. Bei der Gruppe von Menschen, bei denen es keine Hinderungsgründe für die Rückführung gibt und die kein Bleiberecht haben, müssten Rückführungen durchgesetzt werden.

 

Die "Coesfelder Liste" mit 471 Ausreisepflichtigen beschäftigt weiter die Stadt Köln und das Land NRW. Laut Zeitungsbericht sollen rund 150 der auf der Liste Erfassten fast 570 Straftaten begangen haben. Die Stadt Köln kann dies nicht bestätigen.

Zu der sogenannten Coesfelder Liste mit 471 ausreisepflichtigen Migranten weist die Stadt Köln Angaben eines Berichts des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Dienstag) zurück. Dem Bericht zufolge sollen rund 150 der Ausreisepflichtigen auf der Liste Straftäter sein. Woher der "Stadt-Anzeiger" diese Zahlen habe, sei der Stadt nicht bekannt, betonte der Sprecher der Stadt, Alexander Vogel, am Dienstag auf epd-Anfrage. "Insbesondere liegen uns derzeit keine Informationen vor, ob es sich hier um Straftäter, also rechtskräftig verurteilte Personen handeln soll oder ob sich die Zahlen auf gegebenenfalls in der Vergangenheit geführte Ermittlungsverfahren beziehen."

Die veranlasste umfassende Prüfung der Vorgänge und der einzelnen Fälle laufe noch, erklärte der Sprecher. Dazu gehöre auch die Prüfung, ob und in welchem Umfang bei den auf der sogenannten Coesfelder Liste aufgeführten Personen strafrechtliche Erkenntnisse vorlagen und wie diese in den jeweiligen ausländerrechtlichen Verfahren berücksichtigt wurden. "Diese Prüfung dauert aufgrund der Komplexität weiter an." Sobald belastbare Erkenntnisse vorlägen, werde die Stadt diese transparent kommunizieren.Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hat in seiner Dienstagsausgabe unter Berufung auf Sicherheitskreise des Landes NRW berichtet, dass fast jeder dritte der abgelehnten Asylbewerber aus Westbalkan-Staaten von der Liste straffällig geworden sein soll. 152 der ausreisepflichtigen Menschen sollen dem Bericht zufolge allein seit dem Herbst 2024 insgesamt 568 Straftaten begangen haben. Wie viele der 471 Migranten vor dem Erstellen der Liste straffällig wurden, sei noch unklar.

Im November 2024 hatte die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) aus Coesfeld dem Kölner Ausländeramt angeboten, für die 471 ausreisepflichtigen Menschen Passersatzpapiere für zu beschaffen. In Köln gliedert sich die Ausländerbehörde in verschiedene Abteilungen. Die Abteilung für das Bleiberechtsprogramm hatte laut einem Zwischenbericht der Kölner Stadtdirektorin Dörte Diemert das Hilfsangebot abgelehnt, weil sich Sozialberater von Nichtregierungsorganisationen um die Bleibekandidaten kümmerten. Die anderen Abteilungen des Kölner Ausländeramtes, zuständig etwa für das Rückkehrmanagement, antworteten nicht.

Stadtdirektorin Diemert sprach in der vergangenen Woche von einer unglücklichen und missverständlichen Kommunikation. Allerdings hätten die zuständigen Stellen der Ausländerbehörde weiterhin ausreisepflichtige Fälle bearbeitet. Wegen Abschiebehindernissen seien bisher nur fünf Menschen von der Liste ausgereist. ...