29.10.2026 Durch die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Frage der Grünen-Abgeordneten Filiz Polat wurde öffentlich, dass eine steigende Zahl von Zugewanderten in Deutschland lebt, die eigentlich ausreisepflichtig wäre, aber aus individuellen Gründen die Duldung erhält. Darunter waren am Stichtag 30. September 2026 rund 13.400 Minderjährige. Das bedeutet für die Betroffenen die große Unsicherheit, ob sie in Deutschland wie erhofft bleiben dürfen.
Neben dem Auslaufen des Chancenaufenthaltsrechts könnten auch geringere Anerkennungsquoten im Asylverfangen ein Grund für den neuerlichen Anstieg der Zahl der Geduldeten sein. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort an Polat weiter mitteilt, erhielten rund 45.000 Menschen die Duldung erstmals im Jahr 2026. Unter ihnen waren zum Stichtag 30. September den Angaben zufolge rund 13.460 Minderjährige. (ZEIT/dpa)
«Wer hier arbeitet, eine Ausbildung macht und sich integriert, braucht einen gesicherten Aufenthalt statt jahrelanger Unsicherheit.» (Filiz Polat)
- ZEIT / dpa 29.10.2026 Integration oder Ausreise? Zahl steigt stetig an: Mehr Geduldete in Deutschland
Die Zahl der Menschen, die als Geduldete in Deutschland leben, steigt nach einem Rückgang in den Jahren 2023 bis 2025 nun wieder deutlich an. Wie die Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Abgeordneten Filiz Polat mitteilt, hielten sich Ende September 200.601 Menschen mit einer Duldung in Deutschland auf. Geduldete sind Menschen, die grundsätzlich ausreisepflichtig sind, aber aus bestimmten Gründen vorerst nicht abgeschoben werden können. Die Duldung ist immer befristet.
Geduldete sind Menschen, die grundsätzlich ausreisepflichtig sind, aber aus bestimmten Gründen vorerst nicht abgeschoben werden können - etwa aus familiären Gründen, weil sie keine Ausweisdokumente haben oder krank sind. Die Duldung ist immer befristet. Am 31. Dezember 2025 verfügten 190.974 von 232.067 Ausreisepflichtigen über eine Duldung.
... Mehr als 13.000 Minderjährige werden geduldet
Neben dem Auslaufen des Chancenaufenthaltsrechts könnten auch geringere Anerkennungsquoten im Asylverfangen ein Grund für den neuerlichen Anstieg der Zahl der Geduldeten sein. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort an Polat weiter mitteilt, erhielten rund 45.000 Menschen die Duldung erstmals im Jahr 2026. Unter ihnen waren zum Stichtag 30. September den Angaben zufolge rund 13.460 Minderjährige.
... Polat will Planungssicherheit für Geduldete und Betriebe
«Die bestehenden Regelungen zur Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung sind zu kompliziert und stellen teils kaum erfüllbare Anforderungen», kritisiert Grünen-Migrationsexpertin Polat. Betriebe brauchten aber Planungssicherheit und verlässliche Arbeitskräfte. Die Bundesregierung müsse endlich handeln, nach dem Motto: «Wer hier arbeitet, eine Ausbildung macht und sich integriert, braucht einen gesicherten Aufenthalt statt jahrelanger Unsicherheit.» Der Ruf nach neuen Möglichkeiten des Bleiberechts für gut integrierte ausländische Arbeitskräfte ohne sicheren Aufenthaltsstatus gab es zuletzt auch von Abgeordneten der SPD.