1 - 2026

Liebe Leserinnen und Leser, liebe in Asylpolitik und um geflüchtete Menschen Engagierte in Bonn,

allen guten Wünsche zum Trotz begann das Jahr 2026 nicht als ein "gutes Neues Jahr". Und auch die Weihnachtszeit brachte uns nur eine kurze Zeit der Ruhe, in der wir von neuen schlechten Nachrichten verschont wurden. 

Trotzdem will ich festhalten an Wünschen und Hoffnungen auch für dieses Jahr: Dass es 2026 nicht noch mehr Fluchtgründe gibt, vielleicht sogar endlich einmal weniger. Dass Menschen auf der Flucht nicht länger Sklaverei oder Tod riskieren müssen. Dass 2026 nicht das Jahr der Abschiebeoffensive wird. Dass das Recht wieder eingehalten wird und nicht länger eingeklagt werden muss. Dass die AfD und Ihresgleichen zumindest gebremst werden... 

Dass es neuen Anlass gibt, von einem Leben in Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit zu träumen...

Mit diesen Wünschen schicke ich den ersten Weltoffen-Bonn-Newsletter herum und grüße herzlich

Susanne Rohde

 

Termine

 

Forum : Bund

  • Afghanistan-Aufnahmeprogramm: Fast jede 2. Zusage wurde widerrufen  20.01.2026 Kein politisches Interesse mehr... Aus der Antwort auf eine parlamentarische Frage geht hervor, dass es fast die Hälfte der gefährdeten Afghaninnen und Afghanen ist, deren versprochene Aufnahme durch die Bundesrepublik Deutschland in den Monaten seit Amtsantritt der neuen Bundesregierung widerrufen wurde. Entgegen einer anderslautenden Zusage von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt lasse die Bundesregierung auch die Hälfte der noch verbliebenen Ortskräfte im Stich. Nur bei 81 [...] weiterlesen
  • 940.000 Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit in Deutschland: Rückkehr oder Einbürgerung?  19.01.2026 Die Zahl syrischer Staatsangehöriger in Deutschland ist hoch. Die meisten kamen als Schutzsuchende. Während Spahn, Dobrindt und andere Politiker auf ihre Rückkehr drängen, wollen die meisten bleiben. Viele erfüllen die Voraussetzungen für eine Einbürgerung. Neues Zahlenmaterial ist in der Antwort des Bundesregierung auf eine parlamentarische Frage der Linken enthalten. ... hielten sich Ende November 940.401 Syrerinnen und Syrer in Deutschland auf. Mehr als die Hälfte von ihnen [...] weiterlesen
  • Ökonom Fratzscher: Argumente gegen die CSU-Forderung nach "Abschiebungsoffensive"  17.01.2026 Die CSU-Forderung nach einer "Abschiebeoffensive" - medienwirksam vor der Klausurtagung 2026 in Seeon propagiert - erntete von Beginn an Widerspruch, nicht nur von Menschenrechtsorganisationen. Auch führende Wirtschaftsvertreter sprachen dagegen. In seiner wöchentlichen Kolumne in der Zeit bezeichnet Marcel Fratzscher, Präsident des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin die Forderung als ein ökonomisches Eigentor [...] weiterlesen
  • Deutschland gewährt immer seltener Schutz: Das Bundesamt droht zur Ablehnungsmaschine zu werden  15.01.2025 Pressemitteilung von Pro Asyl: Obwohl die Menschenrechtslage in Ländern wie Afghanistan und dem Iran katastrophal ist und die Sicherheitslage in Syrien weiterhin prekär, erhalten Flüchtlinge aus diesen Ländern im Asylverfahren in Deutschland immer seltener beziehungsweise kaum noch Schutz: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lehnt ihre Asylanträge reihenweise ab – bei Menschen aus Syrien im Jahr 2025 sogar zu 95 Prozent; bei Flüchtlingen aus dem Iran werden 73 [...] weiterlesen
  • Worauf ist der Rückgang der Asylzahlen zurückzuführen?  07.01.2026 Während Dobrindt die zurückgegangene Zahl von Asylanträgen als Folge seines harten Vorgehens der "Migrationswende" erklärt und dies als seinen Erfolg beansprucht, widerspricht ihm Migrationsexperte Gerald Knaus: Der Migrationsforscher Gerald Knaus sieht als Gründe für den Rückgang der Asylbewerberzahlen nicht in erster Linie die verschärfte Regierungslinie und die Grenzkontrollen. Vor allem das Ende des Bürgerkrieges in Syrien 2024 habe dazu geführt, dass die Menschen nicht mehr [...] weiterlesen
  • Abschiebungen nach Afghanistan fortgesetzt - Werden künftig auch Frauen abgeschoben?  06.01.2026 Nachdem in der Vorweihnachtszeit eine erste Abschiebung eines Mannes nach Afghanistan erfolgt war, gab es gleich zu Jahresbeginn zwei weitere: „Dies war bereits der dritte Straftäter, der innerhalb kürzester Zeit mit dem neu etablierten Mechanismus abgeschoben werden konnte“ zitierte die taz eine Sprecherin des Innenministers, die weiter erklärte:  „Im Jahr 2025 wurden 83 Straftäter nach Afghanistan zurückgeführt.“ Bereits am 4.12.2025 hatte die taz die [...] weiterlesen
  • 2025 - Pro Asyl zieht bittere Bilanz für den Flüchtlingsschutz 06.01.2026 Eine Zusammenfassung dessen, was im abgelaufenen Jahr in Sachen Verschärfung der Lage für Schutzsuchende geschehen ist, bringt Pro Asyl in seinen ersten News für 2026. Das sind die Stichworte im Beitrag: Illegale Zurückweisungen an deutschen Grenzen  Stopp der humanitären Aufnahmen  Aussetzung des Familiennachzugs  Neue Gesetzesverschärfungen in Deutschland und der EU  Asylanträge halbiert, Schutzquote sinkt  Immer mehr und härtere Abschiebungen  Währenddessen [...] weiterlesen
  • Familiennachzug 2025: Mehr als 100.000 Visa  23.12.2025 Trotz der Verschärfungen der neuen Bundesregierung erhielten mehr als 100.000 Menschen Visa, um im Rahmen des Familiennachzuges zu ihren engen Familienangehörigen - Ehepartner*in, Kinder, Eltern - reisen zu können, die bereits in Deutschland leben und oft viele Jahre darauf warten, wieder als Familie zusammenleben zu können. Pro Asyl bringt dazu unter dem Titel Endlich wieder zusammen in den News zwei Geschichten von geglücktem Familiennachzug. Zeit 21.12.2025 Familienn [...] weiterlesen
  • Afghanistan-Aufnahmeprogramm: Noch einmal 141 angekommen. Offener Brief von Prominenten  23.12.2025 Noch einmal landete ein Flieger mit gefährdeten afghanischen Menschen, hoffentlich nicht der letzte. Zahlreiche Persönlichkeiten appellierten in einem Offenen Brief, alle Wartenden einreisen zu lassen; damit sind auch die 640 Schutzsuchenden gemeint, denen die Bundesregierung per Email die ursprüngliche Aufnahmezusage entzogen hatte, weil "kein politisches Interesse zur Aufnahme mehr vorliegt". In einem offenen Brief haben mehr als 50 Prominente die Bundesregierung dazu [...] weiterlesen

 

Forum : international

 

Neu in den aktuellen Zitaten - Geschehen auf Fluchtwegen, Seenotrettung

- hier gekürzt -

18.01.2026 Sicherheitsbehörden in Libyen haben rund 200 Migranten aus einem illegalen, unterirdisch angelegten Gefängnis befreit, in dem sie unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten worden waren. ... Ebenfalls bereits am Freitag wurden mindestens 21 Leichen von Migranten in einem Massengrab...

15.01.2026 Ocean Viking bezeugt illegale Rückführung mit Beteiligung eines EU-Flugzeugs.In der Nacht zum 15. Januar bezeugte die Crew der Ocean Viking in internationalen Gewässern die illegale Rückführung eines in Seenot geratenen Bootes durch die libysche Küstenwache. Unterstützt wurde der Einsatz durch ein Flugzeug, das nach Angaben der libyschen Behörden aus Malta stammte. 

08.01.2026 Der REPORT MONITORING THE RIGHT TO LIFE – 2025 von Caminando Fronteras, veröffentlicht am 29.12.2025, wird von verschiedenen Medien aufgegriffen: Between 1 January and 15 December 2025, 3,090 people lost their lives or disappeared during border crossings in the Western Euro-African Border region, including 192 women and 437 children and adolescents. The comprehensive analysis of the different migratory routes documents 303 tragedies, with particular attention to 70 boats that disappeared without leaving any trace, pointing to an increase in risk and in the extreme conditions faced during these journeys... Deutschsprachiger Bericht in der Mallorca Zeitung: Erschütternde Zahlen: Über 1.000 Migranten 2025 auf der algerischen Route Richtung Balearen und Südwestspanien vermisst Noch nie zuvor kamen so viele Migranten über das Meer auf die Balearen. Doch viele erreichten ihr Ziel nie Algerische Route: Tendenz steigend Die Hilfsorganisation geht von 47 verschwundenen Booten aus. Die dramatischten Monate waren Januar (136 Vermisste), Oktober (148 Vermisste) und November (168 Vermisste)...

06.01.2026 Bericht nd: EU verdoppelt Pullback-System in Libyen Nach Vorbild von Tripolis erhält auch das abtrünnige Benghazi eine Leitstelle und Ausrüstung für die Küstenwache. ... Hintergrund der italienischen Initiative ist offenbar die Verlagerung der libyschen Migrationsroute aus dem Westen, wo die Küstenwache immer mehr Menschen abfängt, in die gefährlicheren Gewässer im Osten. ... Bericht nd: Europa paktiert mit der Gegenregierung in Tobruk Auch in Ostlibyen wird das Mittelmeer zur Mauer Aus dem Osten Libyens legen zunehmend Boote mit Geflüchteten gen Europa ab...

06.01.2026 Mindestens 31 Tote nach Untergang eines Flüchtlingsboots vor Gambia In der Silvesternacht ist ein mit mehr als 200 Menschen besetztes Boot vor Gambia in Seenot geraten. Knapp 100 Überlebende wurden gerettet, viele werden noch vermisst. ... 15 Leichen sind demnach in Gambia und 16 weitere im Nachbarland Senegal geborgen worde...

02.1.2026 Weniger Ankünfte per Boot: Deutlicher Rückgang der irregulären Migration nach Spanien Nur noch gut 35.000 Migranten sind 2025 auf Booten in Spanien angekommen. Im Vorjahr waren es fast doppelt so viele. ... Nur auf den Balearen wurde 2025 ein Anstieg um 27 Prozent verzeichnet: Rund 7.400 Migranten, die zum größten Teil aus Algerien nach Mallorca und die Nachbarinseln gelangten; viele von ihnen stammen aus Somalia, dem Sudan und dem Südsudan. ...

27.12.2025 Griechische Küstenwache rettet 131 Migranten vor Kreta Erneut wurden im Mittelmeer zahlreiche Menschen von einem kleinen Flüchtlingsboot gerettet. In den vergangenen fünf Tagen waren es damit insgesamt mehr als 800. ...

24.12.2025 116 Migranten sterben bei Bootsunglück im Mittelmeer. Im zentralen Mittelmeer hat sich eine weitere schwere Tragödie ereignet. Laut der Nichtregierungsorganisation Sea-Watch kamen bei einem Schiffsunglück vor Kurzem insgesamt 116 Menschen ums Leben. Laut öffentlichen Angaben überlebte nur eine Person, die von einem tunesischen Fischer gerettet wurde. ...

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